Erziehungsziele


Die Arbeit im Kindergarten Bischofsteich richtet sich nach den "Leitlinien zum Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen" des Landes Schleswig-Holstein, die im Internet frei zugänglich sind. Die Kinder sollen im Kindergarten einen sicheren Raum zur eigenständigen Entwicklung im selbstbestimmten Tempo vorfinden. Erwachsene können hierfür die zur Entwicklung anregenden Rahmenbedingungen schaffen und Förderimpulse geben. Durch einen sensiblen und verständnisvollen Umgang ist es möglich, auf die Kinder einzugehen und ihre individuelle Entwicklung zu berücksichtigen.

Ein Ansatzpunkt des pädagogischen Konzeptes im Kindergarten Bischofsteich ist die offene Arbeit. Grundgedanke bei dieser Arbeit ist, dass jeder aktiver Gestalter und Akteur innerhalb seiner Umwelt ist. Kinder bringen ein Entwicklungspotenzial mit und sind grundsätzlich aktiv und neugierig, so dass Erwachsene, auch wenn sie sich als Begleiter, Lernpartner, Zuhörer und Berater verstehen, nicht unentwegt die Kinder motivieren und stimulieren müssen. Kinder sind in der Lage, sich selbst zu motivieren und wissen zudem am besten, welches Ausmaß an Stimulation ihrer Entwicklung und ihren Bedürfnissen optimal entspricht.

Dabei spielt die Vorbereitung der Umgebung eine große Rolle, da die Ausstattung der Räume sowie die Spiel- und Beschäftigungsmaterialien im Innen- und Außenbereich des Kindergartens die Kinder zu Kreativität, Entscheidungsfindung und Aktivität anregen sollen.

Die Erziehung verfolgt keine starren Pläne und Programme, sondern geht individuell auf die Bedürfnisse und Interessen der Kinder ein und unterstützt dadurch die Entwicklung zu einer selbstbewussten und eigenverantwortlichen Persönlichkeit.

Bindung ist eine wichtige Voraussetzung für Bildung, da der Umgang mit vertrauten und zuverlässigen Personen einen sicheren Entwicklungsrahmen bietet. Eine familiäre Atmosphäre, in der offen kommuniziert wird, den Kindern Verständnis entgegengebracht wird und sie ernst genommen werden, ist Grundbaustein der pädagogischen Arbeit im Kindergarten Bischofsteich.

Voraussetzung für eine solche Arbeit ist eine gute Eingewöhnung der Kinder in den Kindergarten. Jedes Kind ist anders. Jedes Kind macht seine eigenen Erfahrungen, hat seine eigenen Empfindungen und Ansichten. Deswegen ist es wichtig, dass die Kinder da abgeholt werden, wo sie stehen und ihre Gefühle beachtet werden. Es sollen die Bedürfnisse von Kindern und Eltern bei der Eingewöhnung berücksichtigt werden, damit jedes Kind die Chance bekommt, im eigenen Tempo anzukommen. Die Kontinuität des pädagogischen Personals spielt dabei eine wichtige Rolle, da die Kinder auch im Kindergarten eine zuverlässige und verfügbare Bindungsperson vorfinden sollen, damit sie die oft schmerzliche Trennung von den Eltern besser verarbeiten können. Absprachen zwischen dem pädagogischen Personal und den Eltern sind hierbei wichtig, damit alle beteiligten Personen sich so wohl wie möglich fühlen.

Während der Kindergartenzeit entwickeln die Kinder wichtige Kompetenzen, Fähigkeiten, ihre Persönlichkeit und ihre Selbstwahrnehmung. Diese zu fördern und zu stärken ist Hauptziel der Arbeit im Kindergarten. Der nach dem Kindergarten anstehende Schulbesuch der Kinder soll eingeleitet und vorbereitet werden, damit die Kinder die nötigen Voraussetzungen mitbringen, um die an sie gestellten Aufgaben zu bewältigen. So sollen beispielsweise mathematische, naturwissenschaftliche, musische, sowie ethische Fragen diskutiert und besprochen werden. Auch die Sprachförderung ist ein Anliegen der Erziehung, da ein sicherer Umgang mit der Sprache eine Grundvoraussetzung für die Aufgabenbewältigung in der Schulzeit ist. Aufgabe des pädagogischen Personals ist es in dem Zusammenhang, die Interessen der Kinder zu erfahren und auf diese einzugehen, damit aus Interesse Bildung und Erfahrung wird.

Der situationsorientierte Ansatz ist ebenso einer, der im Kindergarten Bischofsteich genutzt wird. Er bietet die Möglichkeit, Situationen aus dem Alltag aufzugreifen und in ihnen pädagogisch zu wirken. So kann beispielsweise das Verständnis für Zahlen angeregt werden, indem Schritte oder Stöcker, die beim Waldspaziergang gesammelt werden, gezählt werden. Bei einem Streit können die Gefühle der Kinder offen thematisiert und das Einfühlungsvermögen angeregt werden, so dass Regeln im Umgang miteinander wie selbstverständlich gelernt werden. Die im Alltag auftretenden Fragen der Kinder können thematisiert und in der Gruppe besprochen werden und Anregung zu neuen Projekten bieten. Bei dem regelmäßigen Waldspaziergang wird beispielsweise der Weg in den Wald zur Verkehrserziehung genutzt, so dass die Kinder anhand realer Situationen lernen und somit das Gelernte besser verinnerlichen können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Konflikten (das Beschwerdemanagement) im Kindergartenalltag. Nicht selten kommt es vor, dass Kinder in sozialen Situationen auf Probleme treffen, die sie alleine nicht lösen können. In diesem Fall können sie diese Probleme entweder vor der Gruppe im morgendlichen Sitzkreis ansprechen oder aber auch das Gespräch mit einer Erzieherin ihrer Wahl aufsuchen. Es gibt nicht nur eine bestimmte Erzieherin, die für alle Kinder zuständig ist, sondern alle Erzieherinnen sind für alle Kinder Ansprechpartnerinnen und die Kinder können entscheiden, bei welcher sie sich am sichersten fühlen und ihre Probleme schildern.

Falls die Kinder sich nicht trauen, ihre Probleme im Kindergarten anzusprechen, können sie natürlich auch zu Hause ihren Eltern und wichtigsten Vertrauenspersonen davon berichten. Die Eltern sind dann dazu angehalten, auf das pädagogische Personal zuzugehen, damit dann mit Hilfe der Eltern ein Problem angesprochen und geklärt werden kann. Der Weg zur Problemlösung ist damit von uns nicht vorgegeben. Das Kind kann entscheiden, welcher Weg ihm am liebsten ist, so dass persönliche Vorlieben und Gefühle der Kinder berücksichtigt werden können.

Die Dokumentation der Entwicklung erfolgt durch die "Bastel- und die Schulimappe", in Gesprächen mit den Eltern und auf Beobachtungsbögen und kann helfen, den Kindern die eigene Entwicklung bewusst zu machen. Dadurch kann ihr Selbstvertrauen gestärkt und ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden.

Auch Hygiene soll den Kindern vermittelt werden. Regelmäßiges Händewaschen und Zähneputzen ist selbstverständlich und wird durch ständiges Wiederholen zur Normalität.

Das Wertschätzen und bewusste Erleben von Lebensmitteln ist wichtiger Bestandteil der pädagogischen Konzeption. Nur wer sich mit dem Essen auseinandersetzt und weiß, was gesund ist, kann auch selbstständig die richtigen Entscheidungen treffen und somit die langfristig gesundheitsförderlichen Handlungen verinnerlichen. Es werden verschiedene gesunde und frische Lebensmittel beim täglichen Frühstück und Mittagessen angeboten. Auch das Herstellen einer Mahlzeit oder eines Snacks kann pädagogischen Wert haben, wenn die Kinder dabei helfen können ihr eigenes Essen vorzubereiten. Dabei steht das Schmecken, Fühlen und Sehen der Lebensmittel im Vordergrund und nicht das Herstellen einer Mahlzeit.

Wenn ein Kind etwas nicht essen möchte oder ein bestimmtes Lebensmittel aufgrund ethnischer Ansichten abgelehnt wird, dann wird das berücksichtigt und nicht darauf bestanden, dass es diese Nahrung zu sich nimmt.

Der Kindergarten begleitet, ergänzt und unterstützt die Erziehung in der Familie, kann diese aber nicht ersetzen. Da die Erziehung in den verschiedenen Lebensbereichen der Kinder nach Möglichkeit aufeinander abgestimmt werden sollte, ist die regelmäßige Kommunikation zwischen den Eltern und den Erzieherinnen eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit. Lern- und Entwicklungsschritte sollen ebenso thematisiert werden wie Auffälligkeiten, damit alle gemeinsam dem Kind die nötige Unterstützung zur eigenständigen Entwicklung der Persönlichkeit bieten können. Grundvoraussetzung dafür ist ein toleranter, wertschätzender und hilfsbereiter Umgang aller beteiligten Personen. Die Kinder übernehmen automatisch Verhaltensweisen, die ihnen von den Eltern und Erzieherinnen vorgelebt werden, so dass pädagogische Arbeit auch immer die aktive Selbstreflektion aller Beteiligten beinhaltet.

Zu den wichtigsten Rechten der Kinder zählt das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Bildungs- und Betreuungsarbeit ist daher die Sorge um jene Kinder, deren Entwicklung und Wohlergehen gefährdet sind und somit auch ihr Schutz vor weiteren Gefährdungen.

Damit Kindeswohlgefährdung abgewendet werden kann, sollen Eltern frühzeitig unterstützt und beraten werden und es sollen Fachdienste vermittelt werden, damit möglichst einvernehmliche Lösungen in einem vertrauensvollen, offenen Gespräch gefunden werden können. Der Schutz des Kindes hat in akuten Gefährdungsfällen oberste Priorität. Wir sind verpflichtet das zuständige Jugendamt als Kooperationspartner einzubeziehen, wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vorliegt. Eine solche schwerwiegende Entscheidung werden wir jedoch erst nach sehr sorgfältiger Abwägung treffen.

Es wird ausdrücklich erwünscht, dass sich Eltern aktiv in den Kindergartenalltag einbringen. Das wird zum Beispiel dadurch verwirklicht, dass sie als Vertretung im Krankheitsfall im Kindergarten direkt die Erziehung der Kinder mit übernehmen, falls durch das vorhandene Personal die Betreuung der Kinder nicht gesichert werden kann.